Ueberreuter-Verlag,
Februar 2003, 200 Seiten, 19,95 EUR
Dauerpaare - Prominente und ihr Beziehungsglück
Inhalt
Hannelore (Loki) und Helmut
Schmidt
(deutscher Bundeskanzler a.D.)
Karin und Edmund Stoiber
(Bayerischer Ministerpräsident)
Senta Berger und Michael Verhoeven
(Schauspielerin und Regisseur/Produzent)
Thomas und Thea Gottschalk
(Entertainer/Moderator)
Marianne und Richard von Weizsäcker
(deutscher Bundespräsident a.D.)
Christiane Hörbiger und Gerhard Tötschinger
(Filmschauspielerin und Regisseur/Intendant)
Petra Gerster und Christian Nürnberger
(Moderatorin und Journalist)
Marcel und Teofila Reich-Ranicki
(Literaturkritiker)
Erich und Irène Lejeune
(Unternehmer und Honorar-Konsul v. Irland)
Prof. Dr. Michael-K. und Heidrun Müller
(Chefarzt für Innere Medizin am Marienhospital in Osnabrück)
Eduard Prinz und Corinna Prinzessin von Anhalt
(Journalist und PR-Kaufmann)
Graf Lennart und Gräfin Sonja Bernadotte
(Insel Mainau)
Wolfgang und Elisabeth Grupp
(Inhaber und Geschäftsführer Firma TRIGEMA)
Angela Reisslöhner und Manfred Kompöck
(Geschäftsführende Gesellschafter PRO PUBLISHING)
Vorwort
Eine Umfrage unter
deutschen Jugendlichen ergab, dass 94 Prozent an die große Liebe glauben,
70 Prozent wünschen sich sogar eine lebenslange, glückliche Beziehung.
So ist der Gang vor den Traualtar auch heute noch das oberste Ziel der
meisten jungen Menschen. Verliebt, verlobt, verheiratet.
Liebe und ehe sind untrennbar miteinander verbunden. Liebe ist die Kraft,
die zwei Menschen zusammenführt und zusammenhält. Liebe ist
gleichbedeutend mit Gleichklang der Seelen, Zulassen von Nähe, Freude auf
Gemeinsamkeit, Zärtlichkeit und dem Wunsch, für immer und ewig beisammen
zu bleiben, was immer das Leben auch bringen mag - Gutes wie Schlechtes,
Freud wie Leid.
Wenn zwei Menschen wahre Liebe füreinander empfinden und beschließen
fortan gemeinsam durchs Leben zu gehen, so schweben sie am Anfang auf
Wolken. Alles ist neu, aufregend, interessant, einzigartig schön,
romantisch. Ja, wer es erlebt hat, weiß, dass gerade die Anfangszeit
einer Ehe oder Lebensgemeinschaft die beglückendste ist. Nie könnte man
sich in dieser Zeit vorstellen, dass das gemeinsame Glück eines Tages
getrübt werden könnte.
Doch nach der anfänglichen Hoch-Zeit, wenn der Alltag in die
Partnerschaften einzieht, wird es für viele Paare schwierig. Das anfängliche
Dauerglück weicht einer zunehmenden Routine und Monotonie. Unterschiede
in Temperament, Interessen, Werten und Lebensgewohnheiten treten zu Tage,
gegensätzliche Ansichten, unerfüllte Erwartungshaltungen, existenzielle
Konflikte werfen ihre Schatten auf das Zusammenleben.
In diesen Problemsituatonen zeigt sich, wie stark die Liebe der Partner
wirklich ist und ob diese Liebe die Unterschiede überbrücken und die
Gegensätzlichkeiten bereinigen kann. Die Hochzeit, das wird deutlich, ist
kein Ende, sondern ein großer Anfang - der Beginn eines gemeinsamen
Lebensweges, in dem zwei Partner einen Wachstumsprozess mit Hinfallen und
Wiederaufstehen durchlaufen. Sie müssen lernen, aufeinander Rücksicht zu
nehmen, Feindschaft nicht entstehen zu lassen, sondern Vertrauen
aufzubauen, liebevoll, fair und verständnisvoll mteinander umzugehen. Ehe
und Partnerschaft, das heißt nicht mehr nur "ich", sondern vor
allen Dingen "wir".
Manche glauben, dass eine glückliche Ehe eine reine Glückssache ist,
doch weit gefehlt. Eine dauerhafte glückliche Zweisamkeit ist eine Kunst
- eine Kunst, die man nicht an einer Schule lernt, sondern die man sich
selbst aneignen muss. Forscher haben ermittelt, dass eine glückliche Ehe
und Partnerschaft zu 10 Prozent aus Talent und zu 90 Prozent aus Schweiß
besteht.
Eine gemeinsames Glück ist kein Dauerzustand, keine Garantie forever,
sondern etwas sehr Flüchtiges, das schon morgen oder übermorgen getrübt
oder vorbei sein kann. Tagtäglich muss das gemeinsame Glück neu
erarbeitet und gefestigt werden, damit es weiter besteht. Das kostet
Schweiß, Zeit und Kraft. Das Maß der Liebe ist das Fundament, das das
gemeinsame Glück trägt. Solange die Liebe tief und stark ist, werden die
Partner alle Hürden bewältigen und ihr Glück immer wieder festigen können.
Der amerikanische Psychologe John Gottman, der in einer jahrelangen Studie
mehrere 100 Paare befragt hat, ermittelte als oberstes Prinzip für ein
dauerhaftes Glück, dass Ehen und Partnerschaften auf einer tiefen
Freundschaft basieren sollten, die getragen wird von Respekt und Freude an
der Gesellschaft des anderen. Auch Kommunikation ist nach Ansicht von
Gottman die Königsstraße zur Romantik und einer glücklichen Ehe.
Während Gottman zur Ansicht gelangte, dass gemeinsame Interessen keine
herausragende Rolle für ein gemeinsames Glück spielen, ermittelte sein
Kollege Professor Charles T. Hill von der Whittler Universität in Los
Angeles, dass gemeinsame Interessen und Aktivitäten eine
Grundvoraussetzung sind, um miteinander glücklich zu werden.
Wissenschaftliche Studien, das zeigt sich hier ganz deutlich, können nur
verallgemeinerte Eckdaten für ein gemeinsames Glück anbieten.
Letztendlich aber müssen die Partner für sich selbst ein individuelles
Modell finden, mit dem sie dauerhaft glücklich werden.
Auch dieses Buch ist im weitesten Sinne eine Studie. Die Paare, die in
diesem Werk porträtiert werden, geben Einblick in ihr persönliches
Modell für ein gemeinsames, dauerhaftes Glück. Dieses Buch zeigt auf,
dass es kein einheitliches Glücksrezept gibt, allenfalls gewisse ähnliche
Strukturen. Jede Paar-Geschichte in diesem Buch ist ein Einzel-Modell für
ein gemeinsames Glück, das sich in Lebens-, Berufs- und
Familiengeschichte von den anderen Beiträgen unterscheidet.
Alle Porträts haben eins gemeinsam: Sie zeigen Paare, die schon viele
Jahre miteinander verheiratet sind oder zusammenleben und auch heute noch
glücklich miteinander sind. Sie haben ihr gemeinsames Glück trotz so
mancher Stürme und Konflikte bewahrt und immer wieder neu gefestigt. Sie
haben ein partnerschaftliches Modell gefunden, mit dem sie zufrieden und
glücklich sind....
Christine Gottwald
und Helene Walterskirchen